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Der Bürgermeister erklärt dem Rathaus die Cloud

4 min LesezeitDer Bürgermeister

Als der Bürgermeister beschließt, alle Gemeindeakten in die Cloud zu verlagern, fragt er seinen KI-Assistenten nach dem besten Anbieter. Der empfiehlt Cumulus Maximus — eine Wetterkarte-App.

Der Bürgermeister erklärt dem Rathaus die Cloud

Der Bürgermeister hatte das Wort »Cloud« in einer Präsentation gehört und sofort gewusst: Das ist die Zukunft. Er verstand nicht genau, was eine Cloud war, aber er verstand, dass man Dinge hineintun konnte — und dass das modern war. Schilda, beschloss er, würde in die Cloud gehen.

Er fragte seinen KI-Assistenten: »Welcher Cloud-Anbieter ist der beste für eine Gemeindeverwaltung?« Der Assistent, der auf Suchergebnisse des Vortags zugriff, empfahl »Cumulus Maximus — präzise Wolkenvorhersagen für Landwirtschaft und Freizeit«. Der Bürgermeister notierte den Namen.

Die Gemeinderatssitzung verlief erwartungsgemäß. Der Bürgermeister präsentierte Cumulus Maximus als »führenden europäischen Cloud-Spezialisten«. Ratsherr Veit nickte enthusiastisch. Kunigunde protokollierte. Nur der Gemeindekämmerer fragte nach, was genau eine Wetterkarte-App mit Gemeindeakten zu tun habe. Der Bürgermeister erklärte, das sei eine Frage der Perspektive.

Die Akten wurden nicht in die Cloud verlagert. Stattdessen wurde ein Ausschuss gegründet, der prüfen sollte, welche Akten grundsätzlich für eine Cloud-Verlagerung in Frage kämen. Der Ausschuss tagt noch heute. Cumulus Maximus hat inzwischen eine neue Version veröffentlicht, die auch Niederschlagsmengen der letzten zehn Jahre anzeigt.

»Wir gehen in die Cloud. Was genau das bedeutet, wird der Ausschuss klären.«

— Der Bürgermeister